Vom 2. bis 12.4. war die Bläserphilharmonie auf Tournee in Spanien. Valencia, Toledo, der Besuch unserer Freunde in Moixent und Aranjuez und andere Orte standen auf der Reiseroute. Uns erwartete ein Abenteuer, dessen Eindrücke wir in unserem Reisetagebuch gesammelt haben. 🇪🇸
Aranjuez verabschiedete uns mit ein paar weinenden Wolken, während wir uns früh um 8 Uhr mit Lunchpaketen auf den Weg zum Flughafen nach Madrid machten.
Die Organisation verlangte an diesem Morgen einmal mehr, situationselastisch zu sein: Am Camp standen zwei Busse bereit, von denen einer eigentlich am Hotel hätte sein sollen. Also wurde kurzerhand umdisponiert und ein Bus dorthin geschickt, sodass am Ende alle pünktlich am Flughafen in Madrid ankamen. Ganz nach dem Motto: „Ich verspreche zu versuchen, pünktlich zu sein.“




Auch kleinere Zwischenfälle konnten wir souverän regeln: Fast wäre ein Koffer wieder auf andere Wege geraten, diesmal aber nach San Sebastián statt Prag. Doch das konnte verhindert werden. Ein verlorener Personalausweis sorgte kurz für Aufregung, aber am Ende durften glücklicherweise alle mitkommen.
Am Flughafen blieb noch Zeit zum Bummeln und für Verpflegung war auch gesorgt: Das übrige Tapasbuffet des Orchesters aus Aranjuez vom Vortag diente uns – wenn auch herzhaft und ohne Kompott – als Proviant.




Mit dem Flug nach Prag und der anschließenden letzten Busfahrt im Doppeldecker ging es dann endgültig Richtung Heimat. Diese letzte Etappe war wie immer lustig, aber im aussozialisierten Zustand teilweise auch etwas zehrend. Doch wie sagt mancher so schön: „Ich finde meine Ruhe in der Lautstärke.“ Von daher konnte man die letzte Busfahrt trotzdem entspannt genießen.




Allerdings haben wir unseren Reiseleiter Gerd weiterhin sehr vermisst, der uns ja zu Beginn in Madrid empfangen hatte und diesmal leider nicht in Prag wartete.




Abschließend möchte ich stellvertretend für alle noch einmal ganz herzlich „Danke“ an all diejenigen sagen, die uns diese tolle Reise ermöglicht haben:
Gegen 18 Uhr erreichten wir schließlich Thum – wieder im Regen, aber mit ganz vielen tollen Erinnerungen. Zum Schluss lassen wir noch ein paar aus der Gruppe selbst zu Wort kommen:
Tina, Querflöte
Es ist eine ganz wunderbare Reise gewesen, die von hervorragenden Organisatorinnen geplant wurde – noch einmal ein besonderer Dank an Nicole und Daniel. Alle Unternehmungen, die wir gemacht haben, waren super cool und ich finde es großartig, dass wir als Gemeinschaft wieder richtig gut zusammengewachsen sind. Ich hoffe, dass die nächste Reise bald wieder kommt, damit wir das weiter beibehalten und stärken können. Übrigens finde ich auch, dass Festland-Spanien ohne Meer ein ganz tolles Land ist!
Sven, Schlagwerk
Die Reise war sehr schön und auch sehr, sehr anstrengend für mein Alter. Aber dadurch, dass alles so super organisiert war, konnte ich es gut aushalten, die 2.000.328 Schritte durch Spanien zu laufen. Was ich außerdem gut fand: die Konzerte und dass die Gruppe enger zusammengewachsen ist – sowohl musikalisch als auch freundschaftlich. Das hat dem Verein und dem Orchester sehr gut getan.
DeL, Klarinette
Wir haben alte Freundschaften bestätigt, neue Freundschaften gefunden, musikalisch viel erlebt, sind zusammengewachsen, haben Freud und Leid geteilt – und was hängen bleibt: Was in Spanien passiert ist, bleibt in Spanien.
Emma, Bassklarinette
Es war eine wunderschöne, sehr erlebnisreiche Reise. Man konnte sich mit vielen viel besser unterhalten als bei den Probenwochenenden und ist dadurch sehr gut zusammengewachsen. Ich hatte die Reise als anstrengend erwartet – und auch wenn sie das teilweise war, war sie trotzdem noch schöner als gedacht.
Elias, Fagott
Ich fand die letzten eineinhalb Wochen körperlich und auch mental stressig, aber es hat sich ausgezahlt – sowohl musikalisch als auch für unsere Gemeinschaft. Man hatte endlich die Chance, mit anderen außerhalb der festgefahrenen Probengruppen in Kontakt zu kommen, und das Gemeinschaftsgefühl wurde deutlich gestärkt. Die Buggy-/Jeeptour hat mir als Aktivität am besten gefallen, aber das Erlebnis in der Karaokebar ist eigentlich nicht zu toppen.
Nicole, Querflöte
Jetzt, wo die Reise vorbei ist, muss ich von der Seite des Orgateams ein großes Lob aussprechen: Ihr hattet den Auftrag, alle gut mitzudenken und aufeinander aufzupassen, und das hat sehr, sehr gut geklappt. Ihr wart eine ganz tolle Reisegruppe, und darauf könnt ihr stolz sein. Wir hatten wirklich eine schöne Zeit zusammen und wünschen uns, dass wir so viel wie möglich davon mitnehmen können.
Damit endet dieses Reisetagebuch. Was bleibt, sind viiiele lustige und ganz besondere Momente, die uns sicher noch sehr lange in Erinnerungen, in Gesprächen und immer wieder auch in gemeinsamen Lachen begleiten werden.
Maja, Querflöte
Der vorletzte Tag unserer Spanienreise begann, wie könnte es anders sein, mit einem gemeinsamen Frühstück. Noch etwas verschlafen, aber gut gelaunt stärkten wir uns für einen Vormittag, den jeder nach Lust und Laune gestalten durfte. Zur Auswahl standen zwei durchaus unterschiedliche Programmpunkte: ein Flohmarkt in der Stadt oder die Besichtigung der Stierkampfarena von Aranjuez.


Während sich einige von uns auf Schatzsuche über den Flohmarkt begaben, vermutlich in der Hoffnung auf günstige Souvenirs oder das ein oder andere kuriose Fundstück, zog es andere in die Stierkampfarena. Dort gab es einiges zu entdecken: Von den Zuschauerrängen bis hin zu Bereichen, die man eigentlich gar nicht betreten durfte, wurde alles erkundet. Besonders spannend war die Krankenstation, die normalerweise nicht für Besucher vorgesehen ist, aber dennoch neugierig inspiziert wurde. Außerdem lernten die Teilnehmer dort eine wichtige Tatsache über den Stierkampf: Die Stiere reagieren nicht auf die rote Farbe des Tuchs, sondern auf die Bewegung. Der nächste Stierkampf in Aranjuez findet übrigens erst im Mai statt – für uns also leider kein Live-Erlebnis, ist aber vielleicht auch ganz gut so.


Um 12:45 Uhr trafen wir uns dann alle am Konzertort in Aranjuez wieder. Dort lauschten wir zunächst kurz dem örtlichen Orchester, bevor wir selbst zu den Instrumenten griffen und noch eine kleine Probe einlegten. Nach der morgendlichen Freizeit war es wieder Zeit, gemeinsam als Orchester zusammenzufinden und sich musikalisch auf den weiteren Tag vorzubereiten.


Um 14:30 Uhr stand dann das gemeinsame Mittagessen mit dem Orchester aus Aranjuez auf dem Programm. Bei Pizza und guten Gesprächen wurde viel gelacht, Erfahrungen ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft. Die entspannte Atmosphäre machte deutlich, wie sehr Musik Menschen verbindet, auch über Ländergrenzen hinweg.


Frisch gestärkt trafen wir uns um 17:45 Uhr erneut, diesmal in Marschformation. Ein kleiner Marsch durch Aranjuez stand an. Natürlich durfte dabei unser traditioneller Steigermarsch nicht fehlen, der durch die Straßen klang und für Aufmerksamkeit sorgte. Hinter uns marschierte auch das Orchester aus Aranjuez, das mit eigenen traditionellen Marschnoten für musikalische Abwechslung sorgte. So entstand ein schöner musikalischer Zug durch die Stadt, der gegen 18:30 Uhr direkt in unser Konzert im Konzertsaal überging.



Das Konzert selbst war wieder ein echtes Highlight der Reise. Die Atmosphäre war großartig, das Publikum begeistert und das gemeinsame Musizieren machte einmal mehr deutlich, warum solche Reisen so besonders sind. Nachdem wir unseren Teil gespielt hatten, hörten wir noch kurz dem anderen Orchester zu, bevor es für uns auch schon wieder Zeit wurde, aufzubrechen.

Denn im Camping-Restaurant wartete bereits das Abendessen und aufgrund unserer leichten Verspätung gab es dort schon erste ungeduldige Stimmen. Also ging es zügig zurück, wo wir den Tag schließlich gemeinsam beim Abendessen ausklingen ließen.

Doch damit war der Abend noch lange nicht vorbei: Anschließend trafen sich alle vor dem Bungalow in einem großen Sitzkreis. Dort wurde geredet, gelacht, Erinnerungen ausgetauscht und die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren gelassen. In entspannter Atmosphäre verbrachten wir so unseren letzten gemeinsamen Abend in Spanien mit vielen Gesprächen, guter Stimmung und dem Gefühl, eine unvergessliche Reise gemeinsam erlebt zu haben.

So ging ein ereignisreicher, musikalischer und zugleich gemütlicher Tag in Aranjuez zu Ende und der letzte Abend unserer Spanienreise klang in bester Gesellschaft langsam aus.
Johanna, Saxophon
Unser heutiger Morgen begann um 9:15 Uhr auf dem Campingplatz – so spät wie noch nie auf dieser Reise. Auch hier fiel das Frühstück, ähnlich wie zuvor im Hostal in Toledo, eher übersichtlich aus. Allerdings gewöhnen wir uns immer mehr an die spanische Esskultur, sodass das anfängliche Entsetzen inzwischen deutlich geringer ausfällt.

Gegen 10 Uhr machten wir uns mit dem Bus auf den Weg nach Madrid. Dort angekommen verabschiedeten wir uns zunächst mit einem kräftigen Applaus von Gerd, unserem Reiseleiter. Er hat uns während der gesamten Reise begleitet, uns zu den schönsten Orten geführt, die wir ohne ihn vermutlich nicht entdeckt hätten und uns immer wieder mit vielen interessanten und hilfreichen Informationen zu den verschiedenen Zielen versorgt. Deshalb möchte ich mich im Namen aller noch einmal ganz herzlich bei ihm bedanken.

Unser Tag in Madrid begann mit einer Stadtführung. Dabei besichtigten wir einige der bekanntesten Orte der Stadt: den Königlichen Palast, die ehemalige Markthalle, in der man sich einen kleinen Snack kaufen konnte, die Plaza Mayor und die Puerta del Sol („Tor der Sonne“), die als Mittelpunkt Spaniens gilt. Nebenbei bekamen wir den Hinweis, gut auf unsere Taschen zu achten, da Taschendiebstähle in der Stadt relativ häufig vorkommen. Tatsächlich wurde ein Teil unserer Gruppe später sogar Zeuge einer hitzigen Verfolgungsjagd in der Innenstadt Madrids.




Um 14 Uhr endete die Stadtführung und wir konnten die Zeit frei nutzen. Viele gingen zunächst etwas essen und anschließend shoppen oder ließen den Nachmittag bei 28 °C mit einem kühlen Getränk ausklingen. Um 17 Uhr trafen wir uns schließlich wieder vor dem Palast und traten gemeinsam die Heimreise an.


Am Abend trafen sich einige aus dem Camp zu einem gemeinsamen Abendessen. Ursprünglich war dafür ein Tisch mit sieben Stühlen eingeplant… Nun sitzen wir mit 32 Personen an insgesamt sieben Tischen und genießen gemeinsam den Abend bei angenehm warmen Temperaturen.
Felix, Saxophon
Für alle, die wollten und konnten, gab es ab 08.00 Uhr Frühstück in den jeweiligen Unterkünften. Die Nacht war für einige wieder lang und lustig.
Als die letzten Souvenirs in den Koffern verstaut waren, ging es los zum Bus. Wir fuhren zunächst bis Ocaña, eine kleine Stadt südlich von unserem Zielort Aranjuez. Dort hatten wir etwas Zeit, um uns den Plaza Mayor anzuschauen, gemütlich einen Kaffee zu trinken oder etwas zu shoppen.



Auch unser Begleitfahrzeug mit allen großen Instrumenten war wieder dabei. An dieser Stelle vielen Dank an Klaus Emmrich, der am Ende der Reise 5000 Kilometer mehr auf seinem Kilometerstand haben wird. Mittlerweile ist er Meister im Vergleich von Dieselpreisen, Navigation, Umparken und Tetris.
Gegen 12.30 Uhr kamen wir in Aranjuez an. Wir wurden von Cristina Naupert-Naumann und den beiden Dirigenten des ansässigen Orchesters herzlich empfangen. Cristina – eine gebürtige Erzgebirgerin – war schon vor 30 Jahren nach Spanien übergesiedelt. Sie hatte im Vorfeld der Reise die Kontakte in Spanien geknüpft und begleitete uns für die nächsten Tage. Vielen Dank für deine Mühe!
Aranjuez ist berühmt für seinen Königspalast und die schönen Gartenanlagen. Die Stadt liegt sehr idyllisch am Flussufer des Tajo und wird von vielen Touristen besucht. Sicher haben wir noch etwas Zeit, die Stadt zu erkunden.


Nachdem alle ihre Unterkünfte (Campingplatzhütte oder Hotelzimmer) bezogen hatten, ging es zum landestypischen Mittagessen. Diesmal ein Drei-Gänge-Menü mit obligatorischem Rotwein. Dazu gab es für jeden Musiker ein kleines Geschenk der Stadt. Anschließend gab es die Gelegenheit, eine Leidenschaft der Spanier auszuprobieren – wir kauften Lose für eine Lotterie und hofften auf den großen Gewinn am Abend, mit dem die Reise für alle hätte finanziert werden können 😉



Am Nachmittag ging es mit dem Bus nach Ciempozuelos. Dort spielten wir im „Multifuncional Sala“ mit viel Industrie-Charme unser drittes Konzert. Anschließend gab es für alle leckere spanische Tapas, gesponsert von der Stadt. Danach klang der Abend am Hotel gemütlich aus, sodass wir am nächsten Tag fit für die Stadtführung in Madrid waren.


Noch ein persönliches Wort:
Auch wenn die Reise noch nicht zu Ende ist, möchte ich die Gelegenheit nutzen unseren Reiseorganisatoren Nicole und Daniel zu danken. Schon seit einem Jahr planen und managen sie alle Situationen rund um unsere Jubiläumsfahrt. Für alle Probleme haben sie stets ein offenes Ohr. Es werden Instrumente, passende Flüge und die richtigen Zimmernachbarn organisiert, Frühstücks-, Abfahrt- und Treffzeiten bekannt gegeben und alle Fragen der Reiseteilnehmer beantwortet. Durch euch wird die Reise für alle zu einem wunderschönen Vereins-Erlebnis. Ich freue mich auf die kommenden Tage!
Eva, Schatzmeisterin
Der Tag begann heute mit gemischten Gefühlen: Zum einen war das Wetter erstmals grau und regnerisch, zum anderen war die Reisegruppe auf zwei Unterkünfte – ein Hotel und ein Hostal – aufgeteilt.
Das Frühstück fand um 8:30 Uhr im Hostal statt, wurde jedoch nicht von allen pünktlich und vollständig wahrgenommen – vermutlich war die Nacht für einige etwas zu kurz.
Um 10:00 Uhr trafen sich alle am „Plaza de Zocodover“ zur Stadtführung. In zwei Gruppen aufgeteilt und jeweils von einem Guide begleitet, ging es durch die Gassen der Altstadt von Toledo. Dabei erfuhren wir unter anderem, dass Toledo im Mittelalter die Hauptstadt Spaniens war und bis heute für seine hochwertigen Schwerter bekannt ist.



Trotz des zeitweise starken Regens ließ sich die Gruppe die Führung nicht nehmen. Auch wenn einige ohne Regenschirm unterwegs waren und entsprechend nass wurden, konnten viele interessante Eindrücke gesammelt werden.
Ab etwa 11:30 Uhr hatten wir freie Zeit bis 14:00 Uhr. Anschließend stand ein gemeinsames Mittagessen im „Restaurante Museo Alcázar“ auf dem Programm. Mit Vorspeise, mehreren kleinen Gerichten (keine klassischen Tapas), einem Hauptgericht und Dessert waren wir sehr gut versorgt.


Den restlichen Nachmittag konnten alle individuell gestalten: Einige nutzten die Zeit für eine kleine Siesta, andere besuchten das zum Restaurant gehörende Museum oder erkundeten weiter die Stadt Toledo bei einem Spaziergang.
Um 17:20 Uhr machten sich einige aus der Gruppe auf den Weg zu „Fly Toledo“. Dabei handelt es sich um eine Zip-Line, die über den Fluss Tajo führt und einen besonderen Blick auf die Stadt ermöglicht.

Die schöne Aussicht konnte dabei von einer Person etwas länger genossen werden als geplant, da sie zwischenzeitlich nicht direkt wieder den Boden erreichte. Nach einer kurzen „Rettungsaktion“ und einigen humorvollen Kommentaren konnte die Situation jedoch schnell geklärt werden, sodass alle Beteiligten viel Spaß hatten.

Den Tagesabschluss gestalteten viele individuell: Unter anderem wurde eine Karaokebar besucht, in der der Abend in lockerer Atmosphäre ausklang. Wir freuen uns schon auf die morgige Weiterfahrt nach Aranjuez und unser drittes Konzert.
Theo, Horn
Nach fünf erlebnisreichen Tagen in Dénia hieß es nun Abschied nehmen von der Küste. Nach dem Frühstück verließen wir um 10 Uhr das Hotel und machten uns auf den Weg nach Toledo.


Toledo ist eine Stadt, die einen auf Anhieb in ihren Bann zieht. Enge Kopfsteinpflastergassen, historische Kirchen und alte Stadttore lassen einen ins Mittelalter zurückversetzt fühlen. Damals begegneten sich hier Judentum, Islam und Christentum in gegenseitiger Akzeptanz und machten Toledo zur berühmten „Stadt der drei Kulturen“.

Das Abendessen war anschließend frei organisiert, sodass sich kleinere Gruppen bildeten und gemeinsam verschiedene Restaurants in Toledo besuchten.
Doch zunächst wartete eine sechsstündige Busfahrt auf uns. Die Stimmung war durchgehend ausgelassen. Mit kühler Cerveza und einem bunten Musikmix verging die Zeit erstaunlich schnell. Groß war die Erleichterung, als nach dreieinhalb Stunden endlich eine Toiletten- und Mittagspause in Sicht war!

Bei der Weiterfahrt wurden die Plätze neu verteilt: Hotel oder Hostal, wer gehört wohin? Dabei blieb so mancher persönliche Gegenstand im falschen Bus liegen. Eine spontane Versteigerung der herrenlosen Gegenstände sorgte für herzhafte Lacher, und der Erlös kam direkt der Vereinskasse zugute.
Kurz vor Toledo bestimmten endlose Olivenhaine das Landschaftsbild. Unser Reiseleiter Gerd erklärte, dass Spanien einer der größten Olivenölproduzenten der Welt ist, und teilte sein Wissen über Anbau und Verarbeitung mit uns.

Am Fuß der Stadt angekommen, begann für uns vielleicht der anstrengendste Teil des Tages. Über fünf Rolltreppen ging es hinauf ins historische Zentrum. Belohnt wurden wir mit einem traumhaften Blick auf den Río Tajo und die Dächer der Altstadt.




Nachdem alle ihre Zimmer bezogen hatten, ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. Wir freuen uns schon sehr auf die Stadtführung durch die Altstadt, die seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Franzi, Querflöte
Um 10:00 Uhr startete unsere Reise ein zweites Mal ins Landesinnere nach Moixent. Die Fahrt hielt eine echte Sensation bereit: Unsere erste rote Ampel der Reise – ein seltener Anblick im Land der Kreisverkehre! Spanien gehört nämlich mit über 15.000 Kreisverkehren zu den Ländern mit der weltweit höchsten Kreisverkehr-Dichte.
Nachdem uns unsere Busfahrer Miguel und Enrique sicher ans Ziel brachten, fluteten die fast 80 Musikerinnen und Musiker die Straßen der 4500 Seelen-Gemeinde auf ihrem Weg zum Konzerthaus „Auditori Municipal Gabriel Aracil“.

In der Probe folgte das Wiedersehen mit dem Komponisten José Alberto Pina, der uns letztes Jahr zur Uraufführung seines für uns komponierten Werks „Cleopatra“ in Thum besuchte.



Typisch spanisch gab es erst gegen 15:00 Uhr Mittagessen. Dazu setzte sich die gesamte Meute in Bewegung, um sich den Bauch mit feinster Paella voll zu schlagen. Eis und Kaffee rundeten das Ganze ab. Danach nutzten einige die freie Zeit für eine Siesta in der Sonne, andere wanderten zum nahegelegenen Turm „Torre Mora“.




Die ganz Mutigen kletterten wie die Bergziegen zum „Castell de Moixent“ – erbaut im 12. Jahrhundert. Die Überreste dieser Festungsanlage sind dennoch beeindruckend und bieten einen atemberaubenden Blick über die Stadt und das Tal – wenn man die Zeit dazu hätte… Aber die hatten wir nicht!
Kurz danach schlüpften alle in ihre Auftrittskleidung und starteten in das zweite Konzert.

Wir erfreuten den gut gefüllten Konzertsaal mit unserem Programm, dann übernahmen unsere spanischen Freunde des Orchesters „La Constància de Moixent“, bevor wir den Abend mit einer gemeinsamen Zugabe krönten.
Kaum schloss sich der Vorhang stimmten sie spontan die Hymne „La Amapola“ an, die hier, ähnlich wie der Steigermarsch bei uns, zelebriert wird.

Das Verladen verlief dank Lademeister Klaus rekordverdächtig, sodass wir gegen 21:30 Uhr den Rückweg nach Dénia antreten konnten.
Nach alter Vereins-Tradition werden liegengebliebene Sachen versteigert. Der Erlös kommt dem Verein zu Gute. Für ein Hemd wurden unter anderem Kamele, Kaktus-Eis und Monopoly-Dollar geboten. Am Ende wurde es dann für 38€ erstanden.
Anschließend überfielen wir ausgehungert eine Raststätte und stärkten uns mit Bocadillos.

Bei unserer Ankunft in Dénia war es dann kurz vor Mitternacht. Nun sitzen wir noch zusammen und genießen das Gastgeschenk der Spanier. Ein langer, aber abwechslungsreicher Tag geht zu Ende.
¡Buenas noches!
Sandy & Felix, Horn & Schlagwerk
Nach dem Frühstück stiegen wir voller Vorfreude in den Bus. Moixent wartete auf uns, und damit unser erster Kontakt mit der Semana Santa, der Heiligen Woche Spaniens.


Seit dem 16. Jahrhundert ziehen während der Osterwoche Bruderschaften, die sogenannten Hermandades, in farbenfrohen Gewändern mit spitzen Hauben durch die Gassen der Städte. Schwere, kunstvoll gestaltete Tragen, die Pasos genannt werden, tragen sie dabei auf den Schultern. Den Pasos gehen Blaskapellen voran, die die Stimmung der Prozession vorgeben, mal feierlich und beschwingt, mal schwermütig und elegisch. Die Prozession in Moixent hatte genau diese besondere Schwere, die einen unwillkürlich innehalten lässt.


Dort trafen wir auch erstmals unser Partnerorchester unter der Leitung von José Alberto Pina. Die Begegnungen waren herzlich und unkompliziert, und ganz spontan spielten die Musikerinnen und Musiker uns ein Ständchen. Ein schönerer erster Kontakt wäre kaum denkbar gewesen.




Am Nachmittag ging es weiter nach Benidorm, wo eine Jeep- und Buggy-Tour durch Zitrusplantagen, ein Flussbett mit Schilftunnel und schließlich bis zum Wasserfall Les Fonts d’Algar auf uns wartete. Was für ein Spaß! Mit viel Gelächter und Begeisterung erkundeten wir die Landschaft, und am Wasserfall angekommen ließen wir uns das kühle Wasser einfach um die Füße plätschern. Gut gelaunt und mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck traten wir schließlich den Heimweg nach Dénia an.
Steffi, Querflöte
Nach dem gestrigen erlebnisreichen Tag in Valencia stand heute das erste Konzert unserer Spanienreise auf dem Programm.
Im Vorfeld hatten sich Partner vor Ort um organisatorische Dinge gekümmert, wie beispielsweise die Anmietung des Konzertsaales in Dénia – dem „Teatro Auditorio Centro Social“ (= TACS), die Erstellung und Verteilung von Plakaten sowie die Veröffentlichung eines Artikels in der örtlichen Presse zur Ankündigung des Konzertes.
Dankeschön an dieser Stelle an Klaus und Andrè, die die Strapazen der 2000 km weiten Fahrt von Thum nach Dénia auf sich nahmen, um die Instrumente, die nicht im Flugzeug mitreisen konnten, mit dem Transporter anzuliefern.
Nach dem gemeinsamen Frühstück im Hotel mussten heute zunächst noch Pauken, ein Vibraphon und Röhrenglocken, die bei der hiesigen Musikschule gemietet wurden, von dort abgeholt und zum Konzertort gebracht werden. In geübter Weise ging der Aufbau und die Bestuhlung der Bühne im „TACS“ zügig vonstatten, so dass pünktlich 10:30 Uhr mit der ca. zweistündigen Probe begonnen werden konnte.


Um 14 Uhr fanden sich alle wieder zum Mittagessen im Hotel ein. Die freie Zeit danach bis zum Konzert nutzten viele für eine kleine Auszeit am Strand. Hier ließ es sich gut aushalten. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen sommerlichen Temperaturen wagte der eine oder andere sogar ein Bad im Meer.

So erholt und gestärkt ging es dann ca. 18:00 Uhr, wie bereits am Vormittag, den 20-minütigen Weg zu Fuß zum „TACS“.


Nach einer kurzen Anspielprobe begann unser Konzert, dessen Moderation, dank unseres Reiseleiters Gerd, ins Spanische übersetzt wurde.
Die Musik selbst, als universelle Sprache, hat das nicht nötig, wie wir auch an diesem Abend feststellen durften. Der Applaus und die beiden Zugaben sprachen für sich. Es war ein sehr schönes, vielseitiges und kurzweiliges Konzertprogramm, das die Zuhörer begeisterte. In Gesprächen während der Pause und im Anschluss an das Konzert zeigten sie sich beeindruckt von der Qualität und Klangvielfalt des Orchesters.
Allen Mitwirkenden ein herzliches Dankeschön. Wir dürfen uns mit Sicherheit auf weitere tolle Konzerte auf dieser Reise freuen.
Carmen
Der heutige Tag in Dénia begann mit einem mehr oder weniger ausgeschlafenen ¡Hola!, blauem Himmel und strahlenden Sonnenschein. Nach Café Largo und Pan con Tomate hieß es gegen 9:15 Uhr spanischer Zeitrechnung, die – wie wir schnell gelernt haben – häufiger nicht auf die Minute genau eingehalten wird – Abfahrt nach Valencia.
Die Ciudad de las Artes y de las Ciencias ist ein moderner Architekturkomplex über mehrere hundert Quadratkilometer, der mit seinen futuristischen, weißen Formen und spiegelnden Wasserflächen wie eine eigene Stadt aus der Zukunft wirkt. Mit dem Hintergrundwissen, dass z. B. Star Wars hier gedreht wurde und auch eine der größten Bühnen weltweit ist hier beherbergt ist, imponierte uns das Gelände umso mehr.



Im Anschluss führte uns unser Weg in die Altstadt von Valencia. Nach einigen kleinen Irrungen und Wirrungen stieß dort schließlich auch unser Dirigent Thomas Conrad zu uns. Die Altstadt begeisterte uns mit ihrem Rokoko-Charme: Enge Gassen, das schmalste Haus Spaniens und – bedingt durch den Feiertag – lebhaft gefüllte Plätze luden zum Entdecken und Verweilen ein. Natürlich verkosteten wir auch regionale Spezialitäten wie die Erdmandelmilch, der man hier nahezu wundersame Heilkräfte zuschreibt.



Den Abschluss des Tages bildete eine entspannte Bootsfahrt im Naturschutzgebiet Albufeira. Nach den vielen Eindrücken war das genau der richtige Ausklang und bot noch einmal eine ganz andere Perspektive auf die Umgebung.


Nun sitzen wir auf der Terrasse des Hotels noch zusammen, trinken gekühltes Cerveza, und lassen den Tag bei einem leckeren Kompott ausklingen.
Sarah, Querflöte
Hört sich spanisch an – ist aber wahr! Die Bläserphilharmonie Thum hat sich auf den Weg gemacht ins Land der Tapas, Flamenco und Stierkämpfe.
Endlich war es so weit. Donnerstagmorgen um 3.30 Uhr startete der erste Bus am Volkshaus Thum zum BER. Bei -2 Grad Celsius fiel der Abschied nicht schwer. Trotz der frühen Morgenstunde kam sogar unsere Vorstandsvorsitzende Britt Anger vorbei, um uns zu verabschieden. Der zweite Bus startete um 4.30 Uhr. Auf dem Weg stiegen jeweils Musikerinnen und Musiker aus Chemnitz, Dresden oder Leipzig zu.


Während manche versuchten, noch ein paar Stunden Schlaf zu erhaschen, war bei anderen die Stimmung bereits ausgelassen. Aber alle blicken vorfreudig auf die nächsten Tage.
Am Flughafen in Berlin angekommen, ging es natürlich erst mal zum Check-in. Und wie sich jeder vorstellen kann, ist das mit einer Reisegruppe von knapp 80 Menschen gar nicht so einfach. Aber dafür geht in guter Gesellschaft jede Wartezeit schnell vorbei.


Ab und zu hörte man bei der Sicherheitskontrolle den Satz: „Bitte einmal zur Seite treten.“ Relativ schnell stellten die Mitarbeiter nämlich fest, dass sich hier einige Instrumente im Handgepäck befinden. Trotzdem verlief alles reibungslos, und am Gate begegneten sich schließlich wieder viele bekannte Gesichter. Das Ganze dank der guten Vorbereitung des Orga-Teams unserer Reise!
Mit der Fluggesellschaft Iberia starteten wir planmäßig um 11.30 Uhr nach Madrid. Die drei Stunden in der Luft vergingen wie im Flug. In fast jeder Sitzreihe war ein Mitglied der Bläserphilharmonie zu finden. Es wurde gerätselt, gelesen und geschlafen.



Nun hatten wir noch die letzte Etappe vor uns: fünf Stunden Busfahrt bis nach Denia. Die Weiterreise verzögerte sich allerdings – ein Koffer fehlt! Um 16.00 Uhr starteten wir dann ohne den Koffer, aber dafür mit Reiseführer Gerd Richtung Küste. Nach einem windigen Stopp gestalteten sich gemeinschaftliche Gesangseinlagen als optimaler Zeitvertreib.



Um 22.15 Uhr war es dann endlich geschafft. Das Restaurant hatte extra länger für uns geöffnet. Allerdings war vom Buffet nicht mehr so viel übrig, denn im Hotel wohnt auch ein Fußballverein und die hatten alle Hunger. Die Rezeption hat uns währenddessen eingecheckt. Danach ging es für alle schnell ab ins Bett, denn morgen geht es direkt spannend weiter …
Lucy, Querflöte

Verein Jugendblasorchester der Stadt Thum/Erzgeb. e.V.
Neumarkt 4
09419 Thum
Tel.: 037297 / 89817