Erzgebirge philharmonisch

Diesen Beitrag teilen:

Wenn zwei Klangwelten verschmelzen

Es gibt Konzerte. Es gibt besondere Konzerte. Und dann gibt es Projekte wie „ERZGEBIRGE PHILHARMONISCH“.

Was am 17. Oktober 2026 in der Stadthalle Chemnitz zu erleben sein wird, hat es in dieser Form bislang nicht gegeben. Die Bläserphilharmonie Thum aus dem Verein Jugendblasorchester der Stadt Thum e.V. und die Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz wagen gemeinsam ein musikalisches Experiment, das weit über eine klassische Kooperation hinausgeht. Unter der künstlerischen Begleitung von Generalmusikdirektor Benjamin Reiners entsteht ein Projekt, das zwei eigenständige Klangkörper nicht einfach nebeneinanderstellt, sondern zu einem völlig neuen Orchester verschmelzen lässt.

Schon Monate vorher arbeiten die Musiker intensiv zusammen. Dozenten und Musiker der Robert-Schumann-Philharmonie unterstützen die Bläserphilharmonie in Satz- und Registerproben, Mitglieder der Bläserphilharmonie besuchen Sinfoniekonzerte in Chemnitz, lernen die Arbeitsweise eines professionellen Sinfonieorchesters kennen und profitieren vom engen fachlichen Austausch. Entstanden ist dabei weit mehr als eine Kooperation – es ist eine vertrauensvolle musikalische Partnerschaft auf Augenhöhe.

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu diesem außergewöhnlichen Konzert liegt bereits hinter uns: Am vergangenen Wochenende durften wir die Musikerinnen und Musiker der Robert-Schumann-Philharmonie sowie ihren Chefdirigenten und Generalmusikdirektor Benjamin Reiners bei uns in Thum zu den ersten gemeinsamen Proben begrüßen. Dabei konnten wir uns erstmals persönlich kennenlernen und gemeinsam in die musikalische Arbeit für dieses besondere Projekt starten. Die ersten Begegnungen und gemeinsamen Klänge haben unsere Vorfreude auf das große Konzert noch einmal wachsen lassen!

Doch die eigentliche Sensation liegt im Programm.

Während ähnliche Projekte häufig darauf beschränkt sind, fehlende Stimmen gegenseitig aufzufüllen, wurde für „ERZGEBIRGE PHILHARMONISCH“ ein völlig anderer Weg gewählt. Die Werke wurden eigens arrangiert oder neu eingerichtet, damit die besonderen Klangfarben beider Orchester nicht verloren gehen, sondern bewusst miteinander verschmelzen können.

Bereits der Konzertauftakt verspricht Gänsehaut: Giuseppe Verdis „Aida“ eröffnet den Abend mit ihrer berühmten Banda-Musik. Genau für diese Szenen hatte Verdi ursprünglich zusätzliche Bläserensembles vorgesehen. In Chemnitz übernehmen diese Rolle die Musiker der Bläserphilharmonie Thum. Anschließend präsentieren sich beide Orchester eigenständig, ehe sie sich Schritt für Schritt zu einem einzigen monumentalen Klangkörper vereinen.

Ein weiterer Höhepunkt ist Hector Berlioz‘ „Grande Symphonie funèbre et triomphale“. Das Werk zählt zu den spektakulärsten Kompositionen der Musikgeschichte, wird jedoch nur äußerst selten aufgeführt. Der Grund: Die dafür erforderliche Besetzungsstärke übersteigt die Möglichkeiten vieler Sinfonieorchester. Erst durch die Verbindung der Robert-SchumannPhilharmonie mit der Bläserphilharmonie Thum wird eine authentische Aufführung überhaupt möglich. Allein diese Gelegenheit macht das Konzert zu einem außergewöhnlichen Ereignis.

Hinzu kommen weitere Werke, die eigens für dieses Projekt bearbeitet wurden. Robin Kürschner, neben Thomas Conrad einer der künstlerischer Leiter der Bläserphilharmonie Thum, arrangierte Dmitri Schostakowitschs „Festliche Ouvertüre“ sowie Arturo Márquez‘ mitreißenden „Danzón No. 2“ speziell für die gemeinsame Besetzung. Auch die „Serenade für den Bergmann“ wurde von ihrem Komponisten Guido Rennert eigens für „ERZGEBIRGE PHILHARMONISCH“ neu arrangiert.

Das Ergebnis ist weit mehr als ein Konzert. Es ist ein musikalisches Statement für die Kulturregion Erzgebirge und Chemnitz, ein Brückenschlag zwischen professionellem Sinfonieorchester und sinfonischem Blasorchester und zugleich ein Projekt, das neue Maßstäbe für die Zusammenarbeit unterschiedlicher Orchesterformen setzt.

Am 17. Oktober 2026 wird in der Stadthalle Chemnitz nicht einfach musiziert. Es entsteht etwas Einzigartiges: Zwei Orchester, zwei Klangwelten und eine gemeinsame Vision verschmelzen zu einem Erlebnis, das es so bislang noch nicht gegeben hat.

ERZGEBIRGE PHILHARMONISCH – ein Konzert, das man nicht verpassen sollte.

Tickets gibt es hier.

Diesen Beitrag teilen: